Ist die Hausratversicherung steuerlich absetzbar?

Kann ich meine Hausratversicherung in der nächsten Einkommenssteuererklärung absetzen? Hier findest du die Antwort!

Wer Steuern für sein Einkommen bezahlt, kann unter Umständen im nächsten Jahr eine Erstattung vom Finanzamt erhalten. Das trifft immer dann zu, wenn hohe Vorsorge- und Werbungskosten sowie außergewöhnliche Belastungen anfallen. Der Staat unterstützt diese Ausgaben. Da das Finanzamt nicht weiß, wie hoch deine Aufwendungen sind, musst du eine Steuererklärung abgeben, um Steuervorteile nutzen zu können. Ob und wann du dabei die Hausratversicherung absetzen kannst, erfährst du in diesem Beitrag. 

Woher weiß ich, ob ich eine Steuererstattung bekomme?

Wenn du eine Lohn- oder Einkommenssteuer-Erklärung abgibst, weißt du natürlich nicht, ob das Finanzamt dir einen Teil der Steuern erstattet. Unter Umständen läufst du Gefahr, eine Steuernachzahlung leisten zu müssen. Aber es gibt einige Anhaltspunkte, die darauf hindeuten, dass du mit einer Erstattung rechnen kannst. Ein genaues Ergebnis erhältst du, wenn du dich an einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein wendest. Das ist jedoch mit zusätzlichen Kosten verbunden. Darüber hinaus stehen Apps zur Verfügung, mit deren Hilfe du in weniger als 30 Minuten eine mögliche Steuererstattung berechnen kannst.

Hausratversicherung - Steuererklärung als Arbeitnehmer

Als Arbeitnehmer*in zahlst du jeden Monat Lohnsteuern, die dein Arbeitgeber bereits von deinem Brutto-Gehalt abzieht. Er leitet die Lohnsteuer an das Finanzamt weiter. Bei der Berechnung der Lohnsteuer kann dein Arbeitgeber nur dein Brutto-Gehalt zugrunde legen. Er richtet sich nach den jeweils aktuellen Monats-Lohnsteuertabellen und nach deiner Steuerklasse.

Hat sich im Laufe des Jahres etwas in deinem Leben verändert? Das kann bereits dazu führen, dass die von deinem Arbeitgeber abgeführten Lohnsteuern nicht den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen. Hast du beispielsweise geheiratet oder ein Kind bekommen, könntest du in dem Jahr zu hohe Lohnsteuern bezahlt haben. Wenn du nicht sofort die Steuerklasse gewechselt oder den Kinderfreibetrag eintragen lassen hast, wurden deine neuen Lebensumstände nicht berücksichtigt. 

Die Monatslohnsteuertabellen berücksichtigen bereits den jährlichen Werbungskostenpauschbetrag von 1.000 €. Sind deine Werbungskosten höher, kannst du mit einer Erstattung rechnen.

Du sicherst dich für die Zukunft ab und hast zahlreiche Vorsorge-Versicherungen abgeschlossen? Auch dann kann sich die Abgabe der Steuererklärung lohnen. Private Vorsorgeaufwendungen berücksichtigt das Finanzamt bis zu einer Höchstgrenze von 1 900 €. Ob dabei auch die Hausratversicherung steuerlich absetzbar ist, hängt davon ab, ob sie zu den Vorsorgekosten gehört.

Steuererklärung bei selbstständiger oder freiberuflicher Tätigkeit

Wenn du selbstständig oder freiberuflich arbeitest, bist du selbst verantwortlich für die Zahlung deiner Einkommensteuer. In diesem Fall gilt für dich sowieso die Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung. Es stellt sich also nicht die Frage, ob sich eine Einkommensteuererklärung lohnt. Vielmehr ist für dich interessant, wie die Kosten für deine Hausratversicherung deine Steuerlast verringern.

Welche Versicherungen kann ich von der Einkommenssteuer absetzen?

Der Staat fördert vor allem private Vorsorge-Aktivitäten. Daher gilt der Grundsatz, dass du Vorsorge-Versicherungen von der Steuer absetzen kannst. Das trifft auf alle Versicherungen zu, die deine Zukunft und dein Vermögen sichern. Nun könntest du sagen, das gilt ja auch für die Hausratversicherung. Schließlich schützt sie dein Vermögen, wenn dein Hausrat beschädigt oder gestohlen wird. Das Versicherungs- und Steuerrecht sieht es jedoch anders. Hausratversicherungen sichern deinen Besitz und sind daher Sachversicherungen.  Vorsorge triffst du mit:

·       Lebensversicherungen

·       Unfallversicherungen

·       Haftpflichtversicherungen

·       privater Altersvorsorge

·       Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen

·       Riester- und Rürup-Rentenversicherungen

Hausratversicherung und Steuererklärung – wer kann sie absetzen?

Als Sachversicherung kannst du also die Hausratversicherung grundsätzlich nicht von der Steuer absetzen. Es gibt jedoch zwei Ausnahmen:

1. Du hast ein steuerlich anerkanntes häusliches Arbeitszimmer.

2. Du bist Studierender und hast ein Zimmer, in dem du für dein Studium lernst.

Um etwas von der Steuer absetzen zu können, musst du zunächst Steuern zahlen. Wer keine Steuern zahlt, kann sie nicht verringern. Studenten können die Hausratversicherung für ihre eigene Wohnung daher nur dann absetzen, wenn sie neben dem Studium arbeiten. Sie müssen Geld verdienen und dafür Steuern bezahlen.

Wie kann ich die Hausratversicherung absetzen? 

Studierende

Als Studierender lernst du für die Zukunft. Dein Arbeitszimmer, in dem du lernst, hat daher nichts mit deinem Studentenjob zu tun. Aus diesem Grund kannst du die Kosten für dieses Arbeitszimmer nur als Sonderausgaben im Rahmen der Ausbildungskosten in deine Steuererklärung eintragen. Zu den Kosten für dein Arbeitszimmer zählt der anteilige Beitrag zur Hausratversicherung. Der Betrag der absetzbaren Ausbildungskosten ist auf 6.000 € im Jahr begrenzt.

Arbeitnehmer*innen

Wenn du als Arbeitnehmer*in ein anerkanntes Arbeitszimmer nutzt, kannst du die Kosten dafür als Werbungskosten abziehen. Das gilt unabhängig davon, ob du in einer Mietwohnung, einer Eigentumswohnung oder einem eigenen Haus wohnst. Dazu zählen auch die Kosten für die Hausratversicherung, jedoch nur für den Anteil des Arbeitszimmers an der gesamten Wohnfläche.

Nutzt du das häusliche Arbeitszimmer neben anderen beruflichen Einsatzorten, ist der Anteil der absetzbaren Kosten auf 1.250 € im Jahr begrenzt. Arbeitest du jedoch ausschließlich in deinem häuslichen Arbeitszimmer, kannst du alle dafür anfallenden Kosten als Werbungskosten in die Steuererklärung eintragen.

Selbstständige und Freiberufler*innen

Für Freiberufler*innen und Selbstständige stellen die Kosten für ihren Arbeitsplatz Betriebsausgaben dar. Sie setzen sie in der Einnahme-Überschuss-Rechnung ein und verringern daher ihr Einkommen direkt um diese Kosten. Der Anteil der Hausratversicherung für das Arbeitszimmer reduziert also von vornherein die Höhe der zu zahlenden Einkommenssteuer.

Auch für dich ist die Beschränkung des Abzugsbetrags auf 1.250 € möglich. Das Finanzamt prüft, ob du deine Tätigkeit ausschließlich in dem Arbeitszimmer ausführst. Besuchst du zum Beispiel vorwiegend Kunden, stellen die Kundenbesuche den Mittelpunkt der Tätigkeit dar. Du arbeitest die Kundenbesuche nur in deinem Arbeitszimmer nach, sodass es nicht dein hauptsächlicher Arbeitsplatz ist. Arbeitest du vorwiegend in einer Werkstatt und erledigst nur die Büroarbeiten in deinem Arbeitszimmer, gilt dasselbe. Nutzt du aber beispielsweise als Autor nur dein Arbeitszimmer, kannst du alle Kosten ohne Einschränkung in die Einnahme-Überschuss-Rechnung eintragen.

Hausratversicherung in der Steuererklärung – was muss ich beachten? 

Damit du die Kosten für deine Hausratversicherung zumindest teilweise von der Steuer absetzen kannst, muss das Finanzamt dein Arbeitszimmer anerkennen. Dieses Thema führt regelmäßig zu Diskussionen mit den Finanzbehörden. Daher solltest du die Voraussetzungen für die Anerkennung im Vorfeld prüfen:

1.) Das Arbeitszimmer muss ausschließlich der beruflichen Nutzung dienen. Das bedeutet, dass du es zu mindestens 90 Prozent beruflich nutzt. Daher muss die Einrichtung der eines Arbeitszimmers entsprechen. Ein Bett sollte zum Beispiel nicht in diesem Raum stehen.  Ein Sofa ist jedoch möglich.

2.) Nur abgeschlossene Räume erkennt das Finanzamt als Arbeitszimmer an. Einen Teil des Wohnraumes kannst du daher nicht als Arbeitsraum steuerlich geltend machen. Das Arbeitszimmer muss eindeutig durch Wände und eine Tür vom Rest der Wohnung getrennt sein.

3.) Selbst wenn du einen separaten Raum als Arbeitszimmer nutzt, kann ein Finanzbeamter die ausschließlich berufliche Verwendung anzweifeln. Das ist häufig der Fall, wenn er dein Büro als Durchgangsraum einordnet. Dazu reicht es jedoch nicht aus, dass sich hinter dem Arbeitszimmer ein Raum befindet, der nur selten betreten wird. Vielmehr muss dein Arbeitsraum ständig durchquert werden, um einen privat genutzten Raum zu erreichen. Erst dann gilt er als Durchgangszimmer. Das ist regelmäßig bei großen Dielen mit mehreren abzweigenden Räumen der Fall.

Selbst das Durchqueren deines Arbeitszimmers, um ins Schlafzimmer zu gelangen, macht es nicht zu einem Durchgangsraum. Das Schlafzimmer wird nicht laufend benutzt, sodass dein Arbeitsraum nicht ständig durchquert wird. Anders verhält es sich, wenn der Weg in den Garten, auf den Balkon oder die Terrasse ausschließlich durch dein Büro führt. Damit wird es zu einem Durchgangszimmer.

So setzt du die Hausratversicherung von der Steuer ab

Die Ausgaben für die Hausratversicherung gehören zu den Kosten des Arbeitszimmers. Das gilt jedoch nur für den Anteil, der auf die Fläche des Arbeitsraums anfällt.

Beispiel:

Du zahlst für eine 100 Quadratmeter große Wohnung einen jährlichen Beitrag von 120 € für deine Hausratversicherung. Dein Arbeitszimmer ist 20 Quadratmeter groß, nimmt also 20 Prozent der Wohnfläche ein. Du kannst in diesem Beispiel 20 Prozent des Versicherungsbeitrags für das Arbeitszimmer von der Einkommenssteuer absetzen, also 24 €.

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