Was muss ich vor dem Auszug aus meiner alten Wohnung beachten?

Der Umzug steht bald bevor! Doch was muss in deiner alten Wohnung vorher noch getan werden? Erfahre es hier!

Die Suche nach einer neuen Wohnung ist überstanden, die Kisten sind gepackt und dein lang ersehnter Umzug steht kurz bevor. Aber bevor die Wohnungsübergabe deiner alten Wohnung stattfinden kann, müssen noch einige Dinge beachtet werden. Wir verraten dir, was du vor dem Auszug auf keinen Fall unter den Tisch kehren solltest - auch wenn in deinem Mietvertrag “besenreine Übergabe” steht. 

Muss ich meine Wohnung im “besenreinen Zustand” übergeben?

Sollte es nicht anders im Mietvertrag vereinbart sein, dann kannst du deine Wohnung in der Tat einfach “besenrein” übergeben. Das bedeutet, dass du dafür sorgen musst, dass die Wohnung leergeräumt und gekehrt ist und alle von dir während der Mietzeit verursachten Beschädigungen beseitigt sind. Hier kann dir unter Umständen auch deine Haftpflichtversicherung helfen, denn Schäden in der Mietwohnung können teuer werden. Darüber hinaus musst du all deine Möbel und anderen Wohngegenstände entfernen. Auch Einbauten, die vor deinem Einzug nicht in der Wohnung waren, musst du selbst entfernen, sofern dies dein*e Vermieter*in verlangt. Außerdem bist du natürlich zur Schlüsselübergabe verpflichtet. Generell solltest du die Wohnung in einem ordnungsgemäßen Zustand zurückzugeben (laut § 546 BGB). Worum du dich selbst allerdings nicht kümmern musst, sind die sogenannten “Schönheitsreparaturen”, solange diese nicht explizit in deinem Mietvertrag erwähnt sind. Schau dir deinen Vertrag also lieber noch einmal ganz genau an, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Was sind Schönheitsreparaturen? Muss ich sie durchführen?

Apropos Schönheitsreparaturen – was ist das überhaupt? Schönheitsreparaturen beinhalten z. B. das Streichen oder Tapezieren von Wänden, das Streichen von Rohren oder Heizkörpern oder auch das Schließen von Bohrlöchern, etc. Wenn dein*e Vermieter verlangt, solche Schönheitsreparaturen vor Auszug durchzuführen, muss dies auch vertraglich geregelt sein. Nimm deinen Mietvertrag also genau unter die Lupe. Für welche Art von Reparaturen bist du verantwortlich und für welche nicht? Achte auch darauf, ob die Klauseln zu den Schönheitsreparaturen überhaupt wirksam sind, denn gerne schleichen sich hier mal Fehler ein. Du kannst dir für die Reparaturen natürlich auch fachmännische Hilfe besorgen. Handwerker und Co. sind aber definitiv kein Muss und können auch nicht vertraglich verlangt werden (BGH, Urteil vom 9. Juni 2010, Az.: VIII ZR 294/09). Das Verlangen von Handwerkern wäre z. B. eine unwirksame Klausel, die du anfechten kannst. Wenn du deine Wohnung sehr gut gepflegt oder selten genutzt hast, sodass keinerlei Abnutzungs- oder Gebrauchsspuren vorliegen, dann kann dein*e Vermieter*in auch keine Schönheitsreparaturen verlangen, auch wenn diese vertraglich vereinbart sind. Der/die Mieter*in muss nur Schäden beseitigen ode reparieren, die durch das „Abwohnen“ der Wohnung zustande gekommen sind. Die Wohnung muss jedoch nicht schöner hinterlassen werden, als sie vor dem Einzug war!

Wie läuft das genau mit der Wohnungsübergabe?

Auch bei der Wohnungsübergabe gibt es ein paar Dinge zu berücksichtigen. Wenn du dich nur schweren Herzens von deiner geliebten Wohnung trennen kannst, dann kannst du die Mietzeit bis zum letzten Tag voll ausschöpfen. Ein*e Vermieter*in darf nicht von dir verlangen, dass die Übergabe schon vor Ablauf der vertraglich geregelten Frist stattfindet. Für den Tag der Übergabe solltest du dir außerdem eine Person aus dem Bekannten- oder Freundeskreis organisieren, die die Übergabe als objektive*r Dritte*r bezeugen kann. Bei dem Treffen mit dem/der Vermieter*in zur Schlüsselübergabe solltest du dir auch unbedingt den vertragsgemäßen Zustand der Wohnung bestätigen lassen. Führe am besten ein Übergabeprotokoll und lass dir dieses unterzeichnen. Schieße außerdem ein paar letzte (Erinnerungs-)fotos von deiner Wohnung, falls dein*e Vermieter*in sich an den Zustand der Wohnung später doch ein wenig anders erinnert, als du es tust. Sicher ist sicher!

Wann erhalte ich meine Kaution zurück?

Das ist sicher eine Frage, die dir auf der Seele brennt. Die Kaution und die Einrichtung für die neue Wohnung müssen schließlich bezahlt werden und so ein Umzug ist auch meist mit etlichen Kosten verbunden. Am liebsten hättest du die Kaution also schon gestern wieder, verständlich! Aber Achtung: Hier gibt es keine gesetzlich festgelegte Frist. Die Rechtsprechung geht von einer Frist zur Prüfung der Ansprüche von sechs Monaten aus. Noch kein Grund zur Panik! Wenn du die Wohnung in einem einwandfreien Zustand hinterlassen hast, dann geht das meist viel schneller. Das ist von Einzelfall zu Einzelfall immer ein wenig unterschiedlich. Bist du dir unsicher, ob du die Kaution überhaupt wiederbekommst? Nur in den folgenden Situationen kann die Kaution teilweise oder gänzlich einbehalten werden:

1) Rückstände bei der Mietzahlung

2) Forderungen aus unterlassener oder mangelhafter Schönheitsreparatur

3) Forderungen aus der Betriebskostenabrechnung.

Wenn davon nichts zutrifft, dann heißt es durchatmen: Du wirst deine Kaution schon ganz bald wieder bekommen!

Wir hoffen, dass dir diese kurze Übersicht geholfen hat und deinen Auszug etwas erleichtern wird. Falls du Tipps zu deinem bevorstehenden Umzug benötigst, stehen wir dir auch bei diesem Thema mit Rat und Tat zur Seite. Und wie ist das eigentlich mit deiner Hausratversicherung? Musst du diese vor Auszug kündigen oder kannst du sie auf die neue Wohnung übertragen? Lies mehr dazu hier!

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