Zweitwohnung statt täglich pendeln: Alles, was du wissen musst

Viele Berufstätige mit Job in einer anderen Stadt entscheiden sich für den Zweitwohnsitz. Erfahre mehr dazu hier!

Täglich pendeln oder doch lieber eine zweite Wohnung? Wir erklären, wie du am besten eine Entscheidung triffst und was du für die Arbeitswohnung brauchst.

Wer als Berufspendler*in für den Job täglich viel Zeit auf dem Arbeitsweg verbringt, entscheidet sich früher oder später oft für einen Zweitwohnsitz. So gewinnst du einerseits an Freizeit dazu und reduzierst gleichzeitig dein Stresslevel, weil du nicht mehr täglich mehrere Stunden im Berufsverkehr unterwegs bist. Ob sich eine Arbeitswohnung finanziell lohnt, hängt tatsächlich vom Arbeitsort und der täglichen Strecke ab - so macht sich eine Zweitwohnung in Dresden finanziell beispielsweise deutlich schneller bezahlt als in München. Was es zu beachten gibt, wenn du dich für einen Zweitwohnsitz entscheidest, das erfährst du hier.

Rundfunkgebühren und Hausratversicherung - brauche ich das für eine Zweitwohnung?

In deiner Pendlerwohnung benötigst du eine eigene Hausratversicherung. Selbst wenn du bereits eine solche Versicherung für deinen Hauptwohnsitz zahlst, deckt diese keine zweite Wohnung mit ab. Gut zu wissen ist außerdem, dass du bei einer Zweitwohnung keine Übergangsfrist deiner Hausratversicherung wie etwa bei einem Umzug hast. Deshalb solltest du die Versicherung für deine Arbeitswohnung möglichst direkt abschließen, um von Anfang an abgesichert zu sein.

Vom Rundfunkbeitrag für deine Pendlerwohnung kannst du dich befreien lassen, damit du nicht doppelt zahlen musst. Die Voraussetzung dafür ist, dass du (oder dein*e Ehepartner*in) für deinen Hauptwohnsitz bereits den Rundfunkbeitrag zahlst und in deiner Zweitwohnung offiziell als Nebenwohnsitz bei der Stadt gemeldet bist. Dann kannst du eine solche Befreiung beantragen. Übrigens: Seit 2015 gilt eine Frist von 14 Tagen, um die Zweitwohnung anzumelden, das solltest du also direkt nach dem Einzug in deine Arbeitswohnung erledigen.

Voraussetzungen für die Anerkennung als Zweitwohnsitz

Mit zwei Wohnungen zahlst du auch zwei komplette Haushalte, das geht schnell ins Geld. Deshalb lässt sich eine sogenannte doppelte Haushaltsführung steuerlich geltend machen. Voraussetzung dafür ist, dass deine Arbeitswohnung tatsächlich als Zweitwohnsitz anerkannt wird. Dafür müssen diese Kriterien erfüllt sein:

  • Du wohnst zu weit von deiner Arbeit weg, als dass du täglich fahren könntest, und benötigst die Wohnung daher aus beruflichen Gründen. Wichtig: Der Zweitwohnsitz darf maximal halb so weit vom Arbeitsplatz entfernt sein wie dein Hauptwohnsitz, außerdem solltest du deine Arbeit in unter einer Stunde Fahrzeit erreichen können, das entspricht rund 50 Kilometern.
    Ein Beispiel: Angenommen, du wohnst 150 Kilometer von deiner Arbeitsstelle entfernt, dann dürfte dein Zweitwohnsitz theoretisch gesehen 75 Kilometer vom Arbeitsort entfernt sein. Da du für diese Strecke aber vermutlich über eine Stunde brauchst, würde die Wohnung eher nicht als Zweitwohnsitz akzeptiert werden.
  • Der Zweitwohnsitz ist nicht dein Lebensmittelpunkt. Damit das so anerkannt wird, ist es hilfreich, wenn deine Arbeitswohnung kleiner ist als deine Hauptwohnung, du möglichst oft nachhause fährst und dort etwa eine Familie hast oder Mitglied in Vereinen bist.
  • Du zahlst mindestens 10 Prozent der Kosten in deiner Hauptwohnung. An Miete, Nebenkosten, etc. an deinem Hauptwohnsitz musst du also beteiligt sein und darfst dort nicht umsonst wohnen, wie es etwa im Haus der Eltern der Fall sein könnte.

Was lässt sich steuerlich bei der doppelten Haushaltsführung absetzen?

Wird dein Zweitwohnsitz vom Finanzamt akzeptiert, dann kannst du deine Kosten in der Steuererklärung als Werbungskosten absetzen - allerdings sind als sogenannte Unterkunftskosten in Deutschland maximal 1.000€ monatlich absetzbar, unabhängig vom Wohnort. Zu deinen Unterkunftskosten zählt:

  • Miete
  • Nebenkosten
  • Rundfunkbeitrag, falls du nicht befreit bist
  • Kosten für einen Parkplatz
  • Zweitwohnungssteuer, falls diese bei dir fällig wird

Abgesehen von den tatsächlichen Kosten für deine Wohnung kannst du noch weitere Werbungskosten ansetzen. Dazu gehören die Fahrtkosten für wöchentliche Fahrten nachhause zum Hauptwohnsitz, die Fahrt von deiner Zweitwohnung zur Arbeit sowie Besuche von deiner Familie an deinem Zweitwohnsitz, wenn du aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen mal nicht nachhause fahren kannst. Außerdem kannst du für die ersten drei Monate nach Einzug in deiner neuen Pendlerwohnung Verpflegungskosten mit Pauschbeträgen geltend machen. Umzugskosten aus beruflichen Gründen lassen sich ebenfalls bei der Steuererklärung angeben, genauso wie die Möbel für deine Zweitwohnung. Notwendige Einrichtungsgegenstände gibst du als “sonstige Mehraufwendungen” an - vom Bett über Küche und Geschirr hin zu Lampen und Vorhängen kannst du hier alles einreichen. 

Abgesehen vom Verpflegungsmehraufwand gibt es bei der doppelten Haushaltsführung keine bequemen Pauschbeträge wie etwa eine Pendlerpauschale. Hier ist also ein bisschen Rechenarbeit gefragt - finanziell lohnt sich das aber meistens.

Fazit: Ein Zweitwohnsitz ist mit Kosten verbunden, aber vieles lässt sich steuerlich absetzen

Klar, eine zweite Wohnung zu führen ist mit einigen Kosten verbunden - häufig übersteigen die auch die Kosten, die du für die Fahrten vom Hauptwohnsitz zur Arbeitsstelle bräuchtest. Doch statt jeden Tag mehrere Stunden in der Bahn oder im Auto zu sitzen, schenkt dir eine Arbeitswohnung deutlich mehr Freizeit und entspannte Feierabende. Damit die Kosten nicht überhand nehmen, kannst du jede Menge bei der Steuererklärung geltend machen.

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