Illustration von einem Fahrrad

Wie versichere ich mein Fahrrad?

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In Deutschland werden jährlich mehrere hunderttausend Fahrräder gestohlen und vor allem teure Räder stehen im Fokus der Diebe. Durch eine Versicherung kann zwar der Verlust nicht verhindert werden, aber zumindest lässt sich der finanzielle Schaden für den Versicherungsnehmer dadurch etwas mindern. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Fahrräder in der Hausratversicherung mitversichert. Deren Schutz reicht allerdings beim Abstellen auf der Straße oftmals nicht aus. Eine Lösung hierfür bieten Zusatzbausteine oder eine separate Fahrradversicherung.

Wo werden die meisten Fahrräder gestohlen?

Wie „Der Tagesspiegel“ im November 2018 schreibt, wird allein in Berlin alle siebzehn Minuten ein Fahrrad gestohlen. Deutschlandweit waren es nach Angaben in der Polizeilichen Kriminalstatistik im gesamten Jahr 2018 circa 292.000 Räder, die unfreiwillig den Besitzer wechselten. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) statuierte für das gleiche Jahr den Diebstahl von 160.000 versicherten Zweirädern. Dadurch entstand ein Schaden von circa 100 Millionen Euro. Die meisten Diebstähle wurden im Jahr 2018 in Bremen verzeichnet, dicht gefolgt von Berlin und Hamburg. Das Saarland, Rheinland-Pfalz und Thüringen hingegen können auf die wenigsten Fälle zurückblicken. Wenn du in diesen Bundesländern wohnst, hast du also derzeit ein geringeres Risiko bestohlen zu werden – ein Punkt, der sich übrigens in der Höhe des Versicherungsbeitrags für eine Zusatzpolice zur Hausratversicherung oder die extra Fahrradversicherung bemerkbar macht.

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Eine Versicherung schützt nicht vor Verlust

Der Diebstahl oder der Raub eines Fahrrads sind nicht nur mit einer finanziellen Einbuße verbunden, sondern bedeuten auch Ärger und Stress. Selbst wenn dir dein Versicherer den Schaden ersetzt, musst du Zeit für die Anzeige bei der Polizei und die Beschaffung eines neuen Fahrrads aufwenden. Hinzu kommt die Frage, wie du dein Ziel erreichst oder zurück nach Hause kommst, wenn dein Fahrrad verschwunden ist. Besser ist es daher, das Fahrrad von vornherein gut zu schützen und somit den Diebstahl zu verhindern. Fahrradverbände und Versicherer empfehlen im Freien die Sicherung durch zwei hochwertige Schlösser. Zwar werden auch damit eventuelle Langfinger nicht dauerhaft aufgehalten werden können, aber zumindest wird diesen die Arbeit dadurch erschwert. So ist die Chance größer, dass sie vorzeitig aufgeben. Auf welche Fahrradschlösser du dabei setzen solltest, lässt sich pauschal nicht beantworten. Es gibt verschiedene Modelle, die alle ihre Vor- und Nachteile haben und am besten in Kombination eingesetzt werden:

Art des Schlosses
Vorteil
Nachteil
Kettenschloss
  • Flexibilität ermöglicht Anschließen auch an Straßenlaternen oder Bäume
  • Flexibilität ermöglicht Anschließen auch an Straßenlaternen oder Bäume
Faltschloss
  • können bei Nichtgebrauch kompakt zusammengelegt werden
  • fast so sicher wie Bügelschlösser
  • je nach Länge hohes Gewicht
Rahmenschloss
  • Hinterrad kann zusätzlich gegen Diebstahl gesichert werden
  • zum Anschließen an einen anderen Gegenstand sind eine zusätzliche Kette oder ein Stahlseil nötig
  • allein nur für kurzzeitige Sicherung geeignet
Spiralkabelschloss
  • geringes Gewicht
  • kann mittels Seitenschneider schnell geknackt werden
  • allein nur für kurzzeitige Sicherung geeignet
Bluetooth-Fahrradschloss
  • es werden keine Schlüssel oder Zahlenkombinationen benötigt
  • zusätzliche Funktionen wie Diebstahlalarm über App einstellbar
  • für Bike-Sharing geeignet
  • muss über Smartphone  bedient werden
  • Installation einer App nötig
  • meistens ein Rahmenschloss, dass nur um Rahmen und Hinterrad gelegt werden kann

Die VdS Schadenverhütung GmbH, die sich auf die Prüfung von Sicherheitsprodukten spezialisiert hat, geht davon aus, dass man etwa fünf bis zehn Prozent des Fahrradpreises für ein Fahrradschloss aufwenden sollte. Dennoch ist der Preis nicht das alleinentscheidende Merkmal. Auch günstige Schlösser können ihren Zweck durchaus erfüllen. Es lohnt sich daher, im Internet nach Testberichten Ausschau zu halten oder sich von einem Fachmann beraten zu lassen. So hat beispielsweise die Stiftung Warentest im Mai 2019 verschiedene Fahrradschlösser geprüft, die im Handel für Beträge zwischen 36 bis 105 Euro zu bekommen sind. Am besten schnitten dabei die folgenden Modelle ab:

  • Abus CityChain 1010/110 black (Kettenschloss) für 95 Euro
  • Kryptonite Kryptolok 990 Combo Integrated Chain (Kettenschloss) für 75 Euro
  • Abus Bordo Granit XPlus 6500/110 black SH (Faltschloss) für 105 Euro
  • Abus Granit Xplus 540/160HB230+EaZy KF (Bügelschloss) für 84 Euro
  • Decathlon B'Twin 940 (Bügelschloss) für 36 Euro

Wie du siehst, musst du für die Sicherung deines Fahrrads nicht unbedingt ein Vermögen ausgeben. Wann immer es möglich ist, solltest du dein Fahrrad in einem verschlossenen Raum unterbringen, wie in einem Fahrradkeller oder in einer Garage.

Illustration von einer Person mit einer Glühbirne neben dem Kopf

Was ist die Fahrradcodierung?

Die Fahrradcodierung wurde von der Polizei in Bergisch-Gladbach entwickelt und soll den Weiterverkauf von gestohlenen Fahrrädern verhindern. Der Code besteht aus einer Kombination aus Ziffern und Buchstaben und setzt sich zusammen aus dem Autokennzeichen des Wohnortes, Nummern für Straße und Hausnummer, Initialen des Besitzers und Jahreszahl der Codierung. Diese wird zum Beispiel durch die Polizei oder den ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) vorgenommen. Auf der Website des ADFC kannst du den Code nach Angabe deines Namens und deiner Anschrift auch selbst generieren. Der Code wird auf einen Aufkleber gedruckt und im Anschluss sichtbar am Fahrradrahmen befestigt. Findet die Polizei dein Fahrrad auf oder wird es im Fundbüro abgegeben, kannst du durch die Codierung eindeutig als Eigentümer ermittelt werden. Diese Methode soll wesentlich besser funktionieren, als die Ermittlung des Fahrradbesitzers über die Rahmennummer.

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Wie ist mein Fahrrad innerhalb der Hausratversicherung versichert?

In der Regel sind Fahrräder bereits in der Hausratversicherung mitversichert und das gilt nicht nur für dein Fahrrad, sondern auch für Räder, die Mitgliedern deines Haushalts gehören. Die Hausratversicherung gewährt insbesondere in den folgenden Fällen Versicherungsschutz, sofern sich die Fahrräder am Versicherungsort befinden:

  • Feuer: Im Fahrradkeller deines Wohnhauses hat es gebrannt. Dabei ist dein Fahrrad stark beschädigt worden.
  • Leitungswasser: Nach einem Rohrbruch ist Wasser in den Fahrradkeller gelaufen und dein Fahrrad kam dabei zu Schaden.
  • Einbruch: In dein Haus ist eingebrochen worden und es wurden dabei auch die Fahrräder aus dem verschlossenen Keller gestohlen.
  • Vandalismus: Ein Einbrecher hat sich Zugang zu deinem Fahrradkeller verschafft und dabei dein Fahrrad stark demoliert.
  • Raub: Du bist unterwegs überfallen worden und der Täter hat durch die Androhung von Gewalt die Herausgabe deines Fahrrads gefordert.

Viele Versicherer knüpfen Bedingungen an die Versicherung von Fahrrädern innerhalb des Basisschutzes der Hausratversicherung, die sich an den Musterbedingungen des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V.) Klausel PK 7110 (16)- Fahrraddiebstahl orientieren:

  • der Versicherungsschutz besteht nur, wenn die Fahrräder bei Nichtgebrauch in einem verschlossenen Raum, zum Beispiel in einem Keller, in einer Garage oder in der Wohnung stehen (eine Ausnahme ist hierbei der Raub unter Gewaltandrohung)
  • die Fahrräder müssen mit einem eigenständigen Schloss gegen Diebstahl gesichert sein, sofern sie nicht bewegt werden; das gilt auch dann, wenn sie in einem gesicherten Raum abgestellt werden
  • du bist als Versicherungsnehmer verpflichtet, Unterlagen wie Rechnungen und Identitätsmerkmale wie die Rahmennummer im Versicherungsfall vorzulegen beziehungsweise zu belegen
  • ohne den Nachweis von Kaufbelegen und Fahrradmerkmalen kann der Versicherer dir die Entschädigung versagen
  • du musst einen Diebstahl oder einen Raub unmittelbar bei der Polizei anzeigen 
  • du musst dem Versicherer innerhalb von drei Wochen nach der polizeilichen Anzeige einen Nachweis erbringen, dass sich ein gestohlenes Fahrrad nicht wieder bei dir angefunden hat 
  • der Versicherungsschutz kann auf eine geringe Prozentzahl der Versicherungssumme beschränkt sein, beispielsweise auf lediglich ein Prozent, wenn du ihn nicht durch eine Mehrprämie erhöhst
Illustration von einer Person mit einer Glühbirne neben dem Kopf

Beispiel für die prozentuale Beschränkung der Versicherungssumme

Du hast bei deiner Hausratversicherung einen Tarif gewählt, der den Versicherungsschutz von Fahrrädern auf ein Prozent der gesamten Versicherungssumme beschränkt. Diese liegt bei 50.000 Euro. Bei Verlust deines Fahrrads gewährt dir der Versicherer als Entschädigung ein Prozent von 50.000 Euro, also lediglich 500 Euro, auch wenn es sich um ein Komfortbike handelt, welches das Doppelte oder gar das Dreifache gekostet hat.

Nicht alle Versicherer bieten den Versicherungsschutz rund um die Uhr an; einige schließen Schäden im Zeitraum zwischen 22 bis 6 Uhr aus. Du solltest daher deine Versicherungspolice diesbezüglich überprüfen.

Die Einschränkungen, die die Hausratversicherung bei der Versicherung von Fahrrädern vorsieht, zeigen schon, dass der Basisschutz im Prinzip nur für Fahrräder eignet, die nicht viel gekostet haben und nicht oft draußen stehen. Nutzt du ein hochpreisiges Fahrrad oder ein E-Bike, ist es sinnvoll, die Angebote von Zusatzversicherungen oder von separaten Fahrradversicherungen miteinander zu vergleichen.

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Wie kann ich Fahrräder innerhalb der Hausratversicherung auch unterwegs schützen?

Im Basistarif der Hausratversicherung sind Fahrräder üblicherweise nicht außerhalb des Versicherungsortes oder mitversicherter Räume versichert. Meistens kannst du den Versicherungsschutz aber durch eine Zusatzversicherung für Fahrräder erweitern, sodass du auch für Schadensfälle unterwegs mit einer Entschädigung durch den Versicherer rechnen kannst. Die Höhe des Versicherungsbeitrags berechnet sich in der Regel dann nach dem Wert des teuersten Fahrrads aus deinem Besitz. Einige Versicherer sehen in ihren Tarifen allerdings bereits fixe Summen für die Entschädigung bei Fahrraddiebstahl vor, die bis zu 10.000 Euro reichen können. Wählst du den Zusatzbaustein Fahrraddiebstahl, sind deine Räder zumeist rund um die Uhr und nicht nur von 6 bis 22 Uhr versichert. Außerdem wird häufig auch eine Entschädigung für nicht versicherungspflichtige E-Bikes oder Pedelecs bei Diebstahl gezahlt. Diese fällt jedoch nicht höher aus, als die vereinbarte Summe für Fahrraddiebstahl. Hast du für diesen Zusatzbaustein nur eine Versicherungssumme von 500 Euro gewählt und dein E-Bike im Wert von 1.200 Euro wird gestohlen, gewährt dir die Hausratversicherung trotzdem nur 500 Euro.

Illustration von einer Person mit einer Glühbirne neben dem Kopf

Versicherungspflicht für E-Bikes oder Pedelecs

E-Bikes und Pedelecs, die schneller als 25 Kilometer in der Stunde fahren, werden rechtlich wie Kraftfahrzeuge behandelt. Das bedeutet, dass für solche Fahrzeuge der Abschluss einer KFZ-Haftpflichtversicherung verpflichtend ist. Diese kann zur Regulierung von Schäden am eigenen Fahrzeug durch eine Teilkaskoversicherung erweitert werden. Im Umkehrschluss gelten E-Bikes und Pedelecs, die weniger als 25 Kilometer in der Stunde erreichen, im Sinne des Straßenverkehrsgesetzes als Fahrräder. Für diese reicht also der Versicherungsschutz durch die Hausratversicherung oder eine Fahrradversicherung aus.

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Was leistet eine separate Fahrradversicherung?

Der Abschluss einer speziellen Fahrradversicherung ist vor allem bei sehr hochpreisigen Fahrrädern und bei solchen, die häufig in Benutzung sind, sinnvoll. Gegenüber der Hausratversicherung – selbst mit Zusatzbaustein – hebt sich eine Fahrradversicherung durch einen erweiterten Leistungsumfang ab. In der Regel erhältst du Versicherungsschutz in den folgenden Fällen:

  • Verlust durch Diebstahl, Einbruchdiebstahl oder Raub auch außerhalb des Versicherungsortes und rund um die Uhr
  • Diebstahl von fest mit dem Fahrrad verbundener Teile wie zum Beispiel dem Sattel oder dem Hinterreifen
  • Diebstahl des Akkus bei einem E-Bike oder einem Pedelec
  • Beschädigung bei einem Einbruchdiebstahl oder durch Vandalismus
  • Beschädigung oder Verlust bei Bränden, Sturm, Hagel oder Explosionen 

Manche Versicherer bieten zur Ergänzung der Fahrradversicherung eine Reparaturkostenversicherung an und gewähren darüber hinaus Leistungen bei:

  • Bedienungsfehlern
  • Konstruktions- oder Materialfehlern
  • Schäden an der Elektronik von E-Bikes oder Pedelecs
  • Akkuverschleiß
  • Schäden durch Stürze oder Unfälle


Unternimmst du mit deinem Fahrrad zudem häufig längere Touren, kann das Hinzuwählen einer Pannen- und Unfallhilfe von Vorteil sein. Je nach den Leistungen des Versicherers und des gewählten Tarifs erhältst du damit:

  • den Transport zu einer Werkstatt
  • den Rücktransport zum Ausgangspunkt der Tour
  • die Weiterfahrt mit einem Taxi oder einem öffentlichen Verkehrsmittel
  • die Bezahlung eines Leih- oder Mietfahrrads zum Fortsetzen der Tour oder für die Rückfahrt
  • die Übernahme von Übernachtungskosten, falls die Fahrt nicht fortgesetzt werden kann

Abhängig vom Versicherer kann es bei der Fahrradversicherung jedoch Einschränkungen geben, wie:

  • das Fahrrad wird nur bis zu einem bestimmten Alter versichert
  • manche Versicherer gewähren keinen Versicherungsschutz für gebraucht gekaufte Fahrräder, sondern nur, wenn du der Erstbesitzer bist
  • manche Versicherer haben konkrete Regelungen, wie das Fahrrad außerhalb von geschlossenen Räumen gesichert sein muss
  • die Höhe des Versicherungsbeitrags hängt vom Schadensrisiko an deinem Wohnort ab, sodass dieser beispielsweise in Berlin teurer sein kann, als im Saarland

Illustration von einer Person mit einer Glühbirne neben dem Kopf

Absicherung über die Hausrat- und die Fahrradversicherung gleichzeitig

Da unter Umständen ältere oder gebrauchte Fahrräder durch die Fahrradversicherung keinen Schutz genießen, ist es ratsam, diese weiterhin über die Hausratversicherung beziehungsweise den Zusatzbaustein Fahrrad zu versichern. Die Fahrradversicherung schließt du dann nur für neue Fahrräder ab.

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Was muss ich bei einem Schaden an meinem Fahrrad oder nach einem Diebstahl tun?

Wurde dein Fahrrad gestohlen oder durch Vandalismus zerstört, solltest du umgehend eine Anzeige bei der Polizei machen. Hierfür ist es ratsam, einen Eigentumsnachweis beispielsweise über den Kaufbeleg vorzulegen. Im besten Fall hast du wichtige Informationen in einem Fahrradpass notiert, wie:

  • Modell
  • Hersteller
  • Rahmengröße
  • Rahmennummer
  • sofern vorhanden die Fahrradcodierung
  • besondere Merkmale wie Farbe, individuelle Erkennungszeichen

Auch Fotos können bei der Aufnahme des Diebstahls durch die Polizei hilfreich sein. Nachdem deine Anzeige durch die Polizei aufgenommen wurde, solltest du dich so schnell wie möglich an deinen Versicherer wenden. Wartest du mit der Schadensmeldung zu lange, kann es nämlich passieren, dass die Regulierung abgelehnt wird. Welche Informationen und Unterlagen benötigt werden, kannst du bei deinem Versicherer zunächst telefonisch erfragen. Üblicherweise sind das:

  • Fahrradpass oder die entsprechenden Angaben
  • die Anzeigennummer der Polizei
  • den Kaufbeleg für dein Fahrrad
  • bei Beschädigungen Fotos vom Schaden

Wird dein Fahrrad innerhalb von drei Wochen nach der Anzeigenaufnahme nicht aufgefunden, reguliert die Versicherung den Schaden üblicherweise.


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