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Haftpflichtversicherung in der Steuererklärung

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Die private Haftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Sie schützt dich vor den Schadensersatzforderungen Dritter, falls du versehentlich einen Sach-, Personen- oder Vermögensschäden verursachst. Deine Ausgaben für Haftpflichtversicherungen kannst du als „sonstige Vorsorgeaufwendungen“ in der „Anlage Vorsorgeaufwände“ (Zeile 46 - 50) in deiner Einkommenssteuererklärung geltend machen und so Steuern sparen.

In diesem Artikel beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um die private Haftpflichtversicherung. Unter anderem erfährst du, wie du deine private Haftpflichtversicherung in deiner Steuererklärung angeben und Steuern sparen kannst.


Wer kann die Haftpflichtversicherung steuerlich absetzen?

Wenn du steuerpflichtige Einnahmen hast, kannst du die Beiträge für deine private Haftpflichtversicherung von der Einkommenssteuer absetzen. Damit unterstützt dich der Gesetzgeber dabei, dich gegen Risiken im Leben abzusichern. Theoretisch.

Praktisch gibt es allerdings Höchstgrenzen für sogenannte „Vorsorgeaufwendungen“, zu denen auch die Privathaftpflichtversicherung zählt. Bis zu dieser Summe darfst du Versicherungen steuerlich geltend machen, darüber hinaus nicht mehr.

Es gibt also keine Garantie dafür, dass du tatsächlich steuerliche Vorteile hast, wenn du deine Haftpflichtversicherung in deiner Einkommensteuererklärung angibst.

Illustration von einer Person mit einer Glühbirne neben dem Kopf

Welche Höchstgrenzen schreibt der Gesetzgeber vor?

  • Der Höchstbetrag, den Angestellte, Beamte und Rentner als Vorsorgeaufwendungen geltend machen können, liegt jedes Jahr bei 1.900 Euro.
  • Bei Selbstständigen und Freiberuflern ist der Betrag höher. Sie können jährlich bis zu 2.800 Euro absetzen.
  • Ehepaare, die gemeinsam veranlagt werden, dürfen die doppelten Beträge ansetzen.

Gehörst du zu den Steuerpflichtigen, die die Haftpflichtversicherung geltend machen können, schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Du bist im Schadensfall gegen finanzielle Risiken aus selbst verschuldeten Sachschäden, Personenschäden und Vermögensschäden abgesichert. Und du sparst zusätzlich Steuern.

Allerdings gelten auch die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung zu den „sonstigen Vorsorgeaufwendungen“. Falls du angestellt bist, erreichst du damit allein möglicherweise schon die Höchstgrenze. Ist das der Fall, kannst du keine weiteren Versicherungen mehr steuerlich geltend machen.

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Was sind Vorsorgeaufwendungen?

Ausgaben für Versicherungen dienen der Vorsorge. Damit sicherst du dich persönlich ab. Die Kosten dafür sind sogenannte „Vorsorgeaufwendungen“. Diese kannst du von der Steuer absetzen, vorausgesetzt, du hast den Höchstbetrag noch nicht erreicht.

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Kann ich die Beiträge für meine Haftpflichtversicherung als Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzen?

Prinzipiell kann jeder Steuerpflichtige die Beiträge für die Privathaftpflichtversicherung als „sonstige Vorsorgeaufwendungen“ steuerlich geltend machen.

Anders gesagt: Hast du ein steuerpflichtiges Einkommen, kannst du die Beiträge für deine Haftpflichtversicherung absetzen.

Ob deine Privathaftpflicht bei deiner Steuererklärung Berücksichtigung findet, hängt allerdings von deiner persönlichen Situation ab:

Zum einen spielt dein Beschäftigungsverhältnis eine Rolle. Bist du Angestellter oder selbständiger Unternehmer? Von deinem beruflichen Status hängt die Höchstgrenze ab, bis zu der du Vorsorgeaufwendungen in deiner Steuererklärung geltend machen kannst. Für Angestellte, Beamte und Rentner liegt dieser Betrag bei 1.900 Euro im Jahr. Freiberufler und Selbstständige dürfen bis zu 2.800 Euro pro Jahr an Vorsorgeaufwendungen absetzen. Der Gesetzgeber kommt Unternehmern hier entgegen, weil sie die Beiträge für ihre Kranken- und Pflegeversicherung komplett aus eigener Tasche finanzieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob du gesetzlich oder privat krankenversichert bist.

Zum anderen kommt es darauf an, welche weiteren Versicherungen du zusätzlich zu deiner privaten Haftpflichtversicherung abgeschlossen hast. Sind es sehr viele, kannst du wahrscheinlich nicht alle einbringen. Das verhindert die Höchstgrenze, die der Gesetzgeber festgesetzt hat.

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Wann lohnt es sich, meine Haftpflichtversicherung steuerlich abzusetzen?

Wenn du die Möglichkeit hast, deine Haftpflichtversicherung steuerlich abzusetzen, solltest du das auf jeden Fall tun. Das lohnt sich auf jeden Fall, denn diese regelmäßigen Ausgaben senken deine Steuerlast.

Vor allem profitierst du von steuerlichen Vorteilen, wenn du ein geringverdienender Arbeitnehmer oder Rentner bist. Dein geringes Einkommen verschafft dir in diesem Fall einen gewissen Vorteil: Deine Sozialversicherungsbeiträge sind niedriger als bei Besserverdienern. Dadurch kannst du nicht nur deine Kranken- und Pflegeversicherung steuerlich berücksichtigen lassen. Du kannst eventuell zusätzlich weitere Versicherungen geltend machen, bevor du den Höchstbetrag erreichst.

Rechne die Kosten unbedingt durch! Falls du dabei Hilfe brauchst, wende dich an einen Steuerberater. Du kannst aber auch sämtliche Versicherungsbeiträge, die du entrichtest, eintragen und deinem Finanzamt die Entscheidung überlassen.

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Abgabe der Steuererklärung

Ab 2019 darfst du deine Steuererklärung für das vorherige Steuerjahr (2018) bis Ende Juli abgeben. Bisher endete die Frist bereits Ende Mai. Als Arbeitnehmer hast du die Wahl, ob du sie auf Papier per Post oder elektronisch einreichst. Als Selbstständiger oder Freiberufler kannst du dazu verpflichtet werden, deine Steuererklärung elektronisch abzugeben.

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Wie gebe ich die Haftpflichtversicherung in meiner Steuererklärung an?

Die Prämien für deine Haftpflichtversicherung sind Sonderausgaben. Wenn du eine private Haftpflichtversicherung steuerlich absetzen möchtest, trägst du die Summe in der „Anlage Vorsorgeaufwände“ (Zeile 46 - 50) in deiner Einkommensteuererklärung ein.

Dort gehören auch die anderen Beträge für sonstige Vorsorge­aufwendungen hin. Dazu zählen beispielsweise deine Beiträge zur Krankenversicherung, zur Kfz-Haftpflichtversicherung und zur Unfallversicherung.

Du hast weitere Haftpflicht­versicherungen? Auch diese kannst du als Vorsorge­aufwendungen in deiner Einkommens­steuer­erklärung angeben.

Dazu zählen:

  • Tierhalterhaftpflicht für Hunde und Pferde
  • Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht
  • Bauherrenhaftpflicht
  • Jagdhaftpflicht
  • Bootshaftpflicht
  • Gewässerschaden-Haftpflicht
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Wo genau muss ich die Kosten meiner Haftpflichtversicherung in meiner Steuererklärung eintragen?

Das kommt darauf an, ob du die Kosten für eine private Haftpflichtversicherung oder für eine berufliche Haftpflichtversicherung absetzen möchtest:

  • Um deine Privathaftpflicht in der Steuererklärung geltend zu machen, brauchst du die „Anlage Vorsorgeaufwand“. Dort trägst du die entsprechenden Kosten in Zeile 46 bis Zeile 50 ein. (Hinweis: Falls du eine Steuer-Software verwendest, heißt das richtige Feld dafür möglicherweise „Sonderausgaben“.)
  • Als Freiberufler oder Selbstständiger mit einer Berufshaftpflichtversicherung brauchst du dafür die „Anlage N“ für Werbungskosten.
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Vorsorgeaufwendungen richtig in der Steuererklärung eintragen

  • Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung gehören in Zeile 12.
  • Gesetzliche Pflegeversicherungsbeiträge werden in Zeile 14 angegeben.
  • Deine Beiträge zu privaten Kranken- und Pflegeversicherungen trägst du ab Zeile 24 ein.
  • Prämien zur gesetzlichen Arbeitslosenversicherung gehören in Zeile 46.
  • Beiträge für deine Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung notierst du in Zeile 49
  • Deine Beiträge zu den verschiedenen Haftpflichtversicherungen (Kfz-, Privat-, Tierhalter-Haftpflicht) gehören in Zeile 50.
  • Gezahlte Prämien zu privaten Unfallversicherungen trägst du in Zeile 50 ein. (Hinweis: Falls deine Unfallversicherung auch berufliche Risiken versichert, notierst du an dieser Stelle nur die Hälfte der Beiträge. Der Rest gehört als Werbungskosten in die Anlage N.)
  • Deine Beiträge zu deiner Risikolebensversicherungen in Zeile 50
  • Für Beiträge zu Kapitallebensversicherungen bietet Zeile 51 Platz (Voraussetzungen dafür, dass du die Kosten dafür absetzen kannst) Die erste Beitragszahlung muss vor 2005 stattgefunden haben. Außerdem sind 12 Jahre Mindestlaufzeit)
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Welche Unterlagen benötige ich, um meine Haftpflichtversicherung steuerlich abzusetzen?

Du brauchst einen Nachweis darüber, dass du in dem entsprechenden Steuerjahr Beiträge für eine Haftpflichtversicherung geleistet hast. In der Regel schickt dein Versicherer dir automatisch einen solchen Nachweis zu. Andernfalls kannst du ihn formlos per E-Mail oder per Telefon anfordern. Eine Rechnung reicht als Beleg meistens nicht aus.

Die Finanzämter akzeptieren in der Regel eine Kopie des Versicherungsvertrages und Kopien von deinen Kontoauszügen. Hauptsache, sie erkennen, dass du eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hast und regelmäßige Beiträge entrichtest.

Den Versicherungsvertrag brauchst du in der Regel nicht jedes Jahr aufs Neue archivieren. Wenn du beim gleichen Versicherer bleibst, genügt es, wenn du die Zahlungen belegst.

Inzwischen ist es nicht mehr nötig, die Nachweise zusammen mit der Steuererklärung an das Finanzamt zu übergeben. Aber du musst sie auf Verlangen vorzeigen können. Das nennt sich „Belegvorhaltepflicht“: Du bist dazu verpflichtet, die entsprechenden Nachweise zusammenzutragen und aufbewahren. Um bei einer Prüfung nicht in Panik zu geraten, weil Belege fehlen, solltest du dich frühzeitig darum kümmern.

Wenn du Arbeitnehmer bist, wird dir ein Teil der Arbeit abgenommen: In dem Fall sind deine Sozialversicherungsbeiträge ohnehin auf deiner Lohnsteuerbescheinigung vermerkt. Die schickt dein Arbeitgeber automatisch an das Finanzamt.


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    Versicherungen der Steuererklärung angeben

    Inzwischen reichst du deine Steuererklärung beleglos ein. Die Nachweise gibst du also nicht mehr direkt beim Finanzamt ab. Auf Nachfrage solltest du allerdings wissen, wo sich deine Unterlagen befinden.

    Folgende Dokumente solltest du sorgfältig aufbewahren:

    • Beitragsnachweise zu deinen privaten Rentenversicherungen
    • Bescheinigung über deine Altersvorsorgebeiträge: „Bescheinigung nach § 92 EStG“. (Diese wird von Riester-Anbietern automatisch zugestellt.)
    • Bescheinigung deiner Krankenkasse über die von dir gezahlten Kranken- und Pflegeversicherungsprämien
    • Beitragsnachweise zu deinen Haftpflichtversicherungen wie Kfz-Haftpflicht, Privat-Haftpflicht oder Berufshaftpflicht
    • Beitragsnachweise zu deiner Berufsunfähigkeitsversicherung
    • Beitragsnachweise zu deiner Unfallversicherung
    • Beitragsnachweis und Aufschlüsselung der Beiträge zu deiner Rechtsschutzversicherung, wenn darin ein Berufsrechtsschutz eingeschlossen ist
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    Gibt es weitere Versicherungen, die ich steuerlich absetzen kann?

    Ja, die gibt es: Du kannst neben der Privathaftpflichtversicherung noch zahlreiche andere Versicherungen steuerlich geltend machen. Denke aber an die für dich geltende Höchstgrenze von 1.900 Euro oder 2.800 Euro. Zu den Versicherungen, die du in deiner Einkommensteuer geltend machen kannst, gehören:

    • Arbeitslosenversicherung
    • Berufsunfähigkeitsversicherung
    • Erwerbsunfähigkeitsversicherung
    • Haftpflichtversicherungen (zum Beispiel Kfz-Haftpflicht)
    • Krankenversicherung
    • Pflegeversicherung
    • Berufliche Rechtsschutzversicherungen
    • Unfallversicherung
    • Risiko-Lebensversicherung
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    Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um die Kosten meiner Haftpflichtversicherung steuerlich absetzen zu können?

    Es gibt zwei Grundvoraussetzungen, die du erfüllen musst:

    1. Du brauchst steuerpflichtige Einnahmen.
    2. Du musst Beitragszahler und Versicherungsnehmer zugleich sein.

    Erfüllst du beide Voraussetzungen, hast du die Möglichkeit, die Kosten für deine Haftpflichtversicherung steuerlich abzusetzen.

    Bitte beachte, dass du Vorsorgeaufwendungen nicht in unbegrenzter Höhe geltend machen darfst. Der Gesetzgeber hat dafür Höchstgrenzen festgelegt, die es einzuhalten gilt. Die Höhe richtet sich nach deinem beruflichen Status.

    Bist du angestellt, verbeamtet, in Rente beziehungsweise Pensionär, darfst du jedes Jahr Beiträge für Vorsorgeaufwendungen bis zu einer Höhe von 1.900 Euro steuerlich absetzen.

    Das heißt im Klartext: Falls du viele Vorsorgeaufwendungen hast, ist es nicht möglich, alle steuerlich geltend zu machen. Der Betrag ist oft schon mit deinen Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft.

    Für Selbstständige und Freiberufler liegt die Grenze höher. Begründet wird dies damit, dass du als Unternehmer deine Krankenkassenbeiträge komplett eigenständig aufbringen musst. Aus diesem Grund beträgt die Höchstgrenze, bis zu der du als Angehöriger dieser Berufsgruppen Aufwendungen für die Vorsorge geltend machen darfst, 2.800 Euro pro Steuerjahr.

    Du musst Beitragszahler und Versicherungsnehmer gleichzeitig sein. Bist du verheiratet, wirst du mit deinem Mann oder deiner Frau zusammen veranlagt. Dabei spielt es keine Rolle, wer von euch beiden regelmäßig die Beiträge entrichtet und wer mitversichert ist. Anders sieht es aus, wenn du beispielsweise für euer volljähriges Kind, das nicht mehr in eurem Haushalt lebt, eine private Haftpflichtversicherung bezahlst. Diesen Betrag kannst du nicht von der Steuer absetzen.

    Beispiel: Dein 30-jähriger Sohn Markus hat ein Zweitstudium aufgenommen. Er arbeitet zwar nebenbei, um sich das Studium und seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Das Geld ist aber trotzdem knapp. Um ihn zu unterstützen, kannst du die Beiträge für seine private Haftpflichtversicherung übernehmen. Obwohl du zusätzliche Kosten hast, kannst du die Beiträge allerdings in deiner Steuererklärung nicht geltend machen. Du bist nicht Beitragszahler und Versicherungsnehmer in einer Person.

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    Kann ich die Kosten meiner Berufshaftpflichtversicherung steuerlich absetzen?

    Eine berufliche Haftpflichtversicherung ist sinnvoll für dich, wenn du als Freiberufler oder Selbstständiger tätig bist. Besonders wichtig ist diese Absicherung für dich, wenn kleine Unachtsamkeiten weitreichende finanzielle Folgen haben können.

    Als Angehöriger von bestimmten Berufsgruppen bist du sogar gesetzlich dazu verpflichtet, dich entsprechend abzusichern. Oder deine Berufskammer schreibt eine berufliche Haftpflichtversicherung vor. Ohne Berufshaftpflicht darfst du deinem Beruf nicht nachgehen.

    Zu den Berufsgruppen, die eine berufliche Haftpflichtversicherung haben müssen, zählen unter anderem…

    • Apotheker,
    • Architekten,
    • Ärzte,
    • Bewachungsunternehmen,
    • Finanzanlagenvermittler,
    • Immobilienkreditvermittler (seit 2016),
    • Ingenieure,
    • Inkassobüros,
    • Notare,
    • Rechtsanwälte,
    • Steuerberater,
    • Versicherungsvermittler und
    • Wirtschaftsprüfer.

    Aber auch als Angehöriger anderer Berufsgruppen profitierst du von einer Berufshaftpflicht. Dazu zählen beispielsweise Betreiber von Online Shops, IT-Experten, Texter und Journalisten, Webdesigner.

    Angenommen, du arbeitest als freiberuflicher Werbetexter und textest Unternehmensbroschüren für Konzerne, die in großer Stückzahl in Druck gehen. Schleicht sich dort ein Zahlendreher kann, kann es passieren, dass die komplette Auflage neu gedruckt werden muss. Dieser kleine Fehler kann hohe Kosten nach sich ziehen. Ohne eine entsprechende Versicherung musst du den Schaden aus eigener Tasche bezahlen.

    Die Beiträge für deine Berufshaftpflichtversicherung kannst du steuerlich komplett als Werbungskosten absetzen. Übrigens gilt das nicht nur für die berufliche Haftpflichtversicherung: Als Unternehmer kannst du auch deine Kfz-Haftpflicht als Betriebskosten geltend machen. Vorausgesetzt, du bist zur Ausübung deiner Tätigkeit auf ein Auto angewiesen.

    Du bist Beamter und arbeitest beispielsweise als Lehrer an einer öffentlichen Schule? Als Angehöriger des öffentlichen Dienstes kannst du eine sogenannte Diensthaftpflichtversicherung abschließen. Selbst wenn du dazu separat eine Privathaftpflichtversicherung abschließt, hast du die Möglichkeit, die Beiträge komplett als Werbungskosten abzusetzen.

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    Kann ich die Kosten meiner Kfz-Haftpflichtversicherung steuerlich absetzen?

    Ja, das ist möglich. Genau genommen darfst du nur die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung über die Steuererklärung absetzen. Eine Teilkaskoversicherung oder sogar eine Vollkaskoversicherung ist zwar sinnvoll, vor allem, wenn du einen Neuwagen fährst. Schließlich sind Parkrempler schnell passiert, und nicht immer wartet der Unfallverursacher auf dich.

    Aber das Finanzamt berücksichtigt diese Vorsorgemaßnahmen nicht. Der Grund ist, dass es sich bei Kaskoversicherungen um Aufwendungen für Sachversicherungen handelt. Es sind keine Versicherungen, die dich persönlich schützen.

    Falls du als Neuwagenfahrer eine Kaskoversicherung abgeschlossen hast, ist der Versicherungsbeitrag in der Regel in deinen Beitragsrechnungen in Haftpflicht- und Kaskoanteil aufgeteilt.

    Immerhin kannst du deine Beiträge für die Kfz-Haftpflichtversicherung in deiner Steuererklärung geltend machen. Dafür gibt es unterschiedliche Stellen. Als Arbeitnehmer oder Rentner trägst du deine Kfz-Haftpflicht als „sonstige Vorsorgeaufwendung“ ein. Bist du selbständiger Unternehmer, handelt es sich bei den Beiträgen zur Kfz-Versicherung um „Betriebskosten“.

    Tipp: Gib deine Fahrten zur Arbeit unbedingt in deiner Steuererklärung mit an! Du kannst sie über die Entfernungs­pauschale bis zu einem Betrag von 4.500 Euro pro Jahr als „Werbungs­kosten“ geltend machen. Das ist – abhängig von den Kilometern, die du beim täglichen Pendeln zur Arbeit zurück legst – oft vorteilhafter, als die Beiträge als „sonstige Vorsorgeaufwendungen“ abzusetzen!

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    Welche Versicherungen kann ich nicht steuerlich absetzen?

    Nicht alle Versicherungen lassen sich in der Steuererklärung geltend machen wie die private oder berufliche Haftpflichtversicherung.

    Folgende Versicherungen kannst du steuerlich nicht absetzen:

    • Hausratversicherungen (außer den Anteil, der für dein Arbeitszimmer anfällt),
    • Kfz-Kaskoversicherungen (Teilkasko oder Vollkasko),
    • Private Rechtsschutzversicherungen,
    • Kapitallebensversicherungen, die du nach dem 1. Januar 2005 abgeschlossen hast,
    • Krankentagegeldversicherungen,
    • Pflegezusatzversicherungen
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    Lohnt es sich meine Haftpflichtversicherung sowie andere Versicherungsarten steuerlich abzusetzen?

    Du solltest auf jeden Fall prüfen, ob du deine Haftpflichtversicherung absetzen kannst. Leider ist nicht gesagt, dass das möglich ist, weil du die für dich gültige Höchstgrenze im Auge behalten musst. Es gibt Steuerpflichtige, die bereits durch die Ausgaben für ihre Kranken- und Pflegeversicherung die Höchstgrenze erreichen.

    Möglicherweise ist es für dich sinnvoller, die Entfernungs­pauschale geltend zu machen.

    Doch selbst, wenn du deine private Haftpflichtversicherung nicht steuerlich absetzen und dadurch Geld sparen kannst, weil du dadurch die Höchstgrenze überschreitest, solltest du an deiner Haftpflichtversicherung festhalten.

    Im Gesetz heißt es: „Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstandenen Schadens verpflichtet.“ (§ 823 BGB)

    Das Risiko, dass du im Alltag einen Schaden verursachst und dadurch fremdes Eigentum beschädigst oder einen anderen Menschen verletzt, ist hoch. Jeder ist mal unaufmerksam, in Gedanken, macht mal einen Fehler oder schätzt eine Situation nicht richtig ein… Ein kleiner unachtsamer Moment kann dich und deine Familie finanziell ruinieren. Bist du nicht haftpflichtversichert, haftest du mit deinem gesamten Vermögen. So will es der Gesetzgeber. Das gilt für dein jetziges und dein zukünftiges Vermögen. Auch Lottogewinne und Erbschaften sind davon betroffen.

    Mit einer Single-Haftpflichtversicherung für eine Person kannst du dich bereits ab 35 Euro pro Jahr gegen die finanziellen Folgen von Sachschäden, Personenschäden und Vermögensschäden schützen. Eine Familien-Haftpflichtversicherung für dich und alle anderen Mitglieder deines Haushalts gibt es bereits ab 50 Euro jährlich. In einer einzigen Police sicherst du dich, deinen Partner oder deine Partnerin, im Haushalt lebende Kinder und weitere Personen mit ab.

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    Private Haftpflichtversicherung in der Steuererklärung

    Unter folgenden Voraussetzungen kannst du deine private Haftpflichtversicherung als „Vorsorgeaufwendungen“ absetzen:

    • Du hattest ein steuerpflichtiges Einkommen in dem jeweiligen Steuerjahr.
    • Du hattest in dem entsprechenden Jahr eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen und regelmäßig Beiträge bezahlt.
    • Den für dich geltenden Höchstbetrag von 1.900 Euro beziehungsweise von 2.800 Euro erreichst du nicht mit deinen Sozialversicherungsbeiträgen.
    • Du besitzt die notwendigen Nachweise (Vertrag, Kontoauszüge, Nachweis des Versicherers), sodass du sie auf Verlangen vorlegen kannst.
    • Du bist Beitragszahler und Versicherungsnehmer in einer Person.
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